Hyposensibilisierung – Gräser

Die Hyposensibilisierung, die ich von zu Hause aus mache, geht nun in die nächste Runde, denn es kommt ein weiteres Präparat hinzu.

Hier könnt ihr bei Interesse noch einmal nachlesen, wie ich Mitte Oktober 2017 die Therapie begonnen habe und wenn ihr hier klickt, dann könnt ihr noch einmal nachlesen, was für Startschwierigkeiten ich hatte, zuerst durch einen Anwendungsfehler und dann durch einen Ganzkörperausschlag als Nebenwirkung der Therapie, welcher mit einem Antihistaminikum behandelt werden musste.

Nachdem der Ausschlag abgeheilt war, startete ich also zum dritten Mal die gesamte Birke-Erle-Hasel-Therapie von vorne und diesmal ging es auch gut. Ich hielt mich genau an die Anwendungsvorgaben und konnte dann am Ende entscheiden, ob ich vier Tropfen täglich oder acht Tropfen an jedem zweiten Tag nehmen möchte – für die nächsten drei Jahre eben. Ich entschied mich für die Variante von vier Tropfen täglich. Man muss dann auch immer bei etwa der selben Tageszeit bleiben, also entweder immer morgens, immer mittags oder immer abends. Meine vier Tropfen nehme ich immer abends vor dem Schlafengehen. Das klappt ganz gut, mit einer kleinen Einschränkung. Ich habe immer, jeden Tag, eine kleine allergische Reaktion auf die Tropfen. Man muss sie ja unter die Zunge tropfen und zwei Minuten dort belassen, ehe man sie schluckt und soll dann eine ganze Weile weder essen noch trinken (deshalb die Einnahme unmittelbar vor dem Schlafen). Da ich aber immer allergisch auf die Tropfen reagiere, lasse ich sie keine zwei Minuten unter der Zunge, sondern nur eine halbe bis maximal eine Minute, schlucke die Flüssigkeit dann herunter und trinke sofort ein Glas Wasser hinterher. So verteilt sich der ganze Spaß nicht komplett in Mund und Rachen und die Schwellung beschränkt sich nur auf das Gebiet unter der Zunge – das ist nervig, aber damit kann ich leben. Ich habe diese Vorgehensweise gestern meinem Arzt geschildert und er sagte, eine minimale Reaktion ist tolerierbar und es ist auch ok, dass ich dann etwas trinke.

Ich musste auch seit Oktober schon zwei Mal Nachschub holen (wegen Anwendungsfehler und einmal ist mir eine der scheiß Flaschen runter gefallen… ) und beide Male natürlich wieder die 10 Euro Rezeptgebühr bezahlen. Die Boxen der Folgetherapie sind kleiner und enthalten immer drei Fläschchen, mit denen ich so ungefähr zwei Monate hinkomme. Hier mal ein Vergleich zwischen der ersten Box mit den zwei unterschiedlich dosierten Fläschchen und der kleineren Folge-Box. Das nimmt jetzt nur noch halb so viel Platz im Kühlschrank weg.

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Man sollte hier unbedingt beachten, dass die Apotheke die Sachen nie vorrätig hat und sie jedes Mal bestellen muss – wenn sich der eigene Vorrat also dem Ende neigt, sollte man sich unbedingt rechtzeitig ein neues Rezept besorgen. Ihr Mädels, die ihr die Pille nehmt, wisst Bescheid. Für die Männer gilt: letzte Flasche angebrochen? Dann ab zum Arzt!

Da wir also beide soweit cool sind mit dem Verlauf des Ganzen haben mein Arzt und ich den nächsten Schritt der Hyposensibilisierung eingeleitet: die Therapie gegen meine Gräserpollen-Allergie. Im Einzelnen: Wiesenknäuelgras (Heu), Gewöhnliches Ruchgras, Deutsches Weidelgras, Wiesenrispengras und Wiesenlieschgras. So sehen Packung und Inhalt aus:

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Wie ihr seht, handelt es sich hier nicht um eine Flüssigkeit, sondern um Tabletten. Das Prinzip ist aber das selbe. Ich muss nun mit dem kleinen Blister starten – diese Tabletten haben eine geringere Konzentration als die des großen Blisters. Die Tabletten werden unter die Zunge gelegt, wo sie sich auflösen und anschießend runter geschluckt werden. Am ersten Tag, der heute war, musste ich eine Tablette unter die Zunge legen. Morgen muss ich zwei Tabletten des kleinen Blisters gleichzeitig nehmen und dann umsteigen auf den großen Blister, aus dem ich dann immer eine Tablette täglich nehmen muss. Diese Therapie dauert ebenfalls drei lange Jahre.

Die erste Tablette am heutigen Tag habe ich gut vertragen. Die Tablette zerfällt langsam zu einer mehlig-breiigen Konsistenz und schmeckt nach nichts. Eine ganz leichte Reaktion meinte ich zu spüren, doch sie ist lange nicht so deutlich wie die der Birke-Erle-Hasel-Tropfen. Man muss natürlich dazu sagen, dass die Tabletten des großen Blisters dreimal so viel Wirkstoff enthalten, so dass die Reaktion dann ganz anders sein kann. Hinzu kommt, dass die Liste der Nebenwirkungen ziemlich hoch ist. Hauptsächlich und als häufig genannt sind in der Packungsbeilage ähnliche Reaktionen wie bei einem Anfall von Pollenallergie: u.a. juckende Augen, Hautbeschwerden, laufende Nase. Außerdem sind natürlich möglich (sehr häufg = mehr als 1 Behandelter von 10) die klassischen Reaktionen im Mund: Schwellung, Rötung, Juckreiz …

Was mich stört, ist, dass ich nicht beides zur selben Zeit nehmen kann. Ich soll viel Abstand zwischen den Birke-Erle-Hasel-Tropfen und den Gräser-Tabletten lassen, so dass ich die Gras-Tabletten nun also immer am Morgen nehmen werde und die Baum-Tropfen weiterhin am Abend. Drei lange Jahre … und so langsam kommen mir doch Zweifel, dass die Hyposensibilisierung von zu Hause aus unkomplizierter ist als die „Spritzenkur“ beim Arzt. Denn ganz abgesehen davon, dass man jeden Tag zwei Mal an die Einnahme denken muss, kommt ja hinzu, dass man auch die Rezepte rechtzeitig besorgen muss. Man ist also definitiv mehrmals im Quartal beim Arzt für ein Rezept. So viel Zeit erspart es einem im Gegensatz zur herkömmlichen Methode des Spritzens also nicht. Außerdem zahlt man ja jedes Mal 10 Euro Rezeptgebühr pro Präparat, während man das für den Arzt, der einem die Spritzen setzt, wohl nicht zahlen müsste, oder? Das habe ich mir alles schon ein bisschen anders vorgestellt. Ich werde von nun an eine Liste führen, wie häufig ich Nachschub brauche und was für Kosten dabei entstehen und halte euch auf dem Laufenden.

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6 Gedanken zu „Hyposensibilisierung – Gräser

  1. Was ist denn das für eine Rezeptgebühr? könntest du nicht nach dem Umzug auf die Spritzen umsteigen? Wenn dein Mann dann andere Arbeitszeiten hat, wär es bestimmt auch für dich kein Problem, die Spritzentermine zu legen, oder?

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      1. Achso ja… aber fragen kostet nix. Ansonsten hast du da so natürlich den Vorteil, relativ unabhängig zu sein. Also selbst wenn ihr mal in den Urlaub fahrt, dann hast du alles dabei und verpasst nicht einen Spritzentermin.

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      1. Das interessiert mich auch, ob das jetzt eine große Erleichterung für dich bringt. Ist aber auch doof…man erwartet den Frühling mit riesiger Vorfreude und muss sich dann mit solchen blöden Allergien rumschlagen. 😦

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