Sätze

Mein Kind spricht Sätze!

Lange schon sammle ich Wörter, die sie neu kann, um sie in einem Blogeintrag festzuhalten. Da kamen jetzt schwere, mehrsilbige Wörter wie „hinsetzen“ und „anziehen“ dazu, die sie kurzzeitig in Sätze verpackte, die aus zwei oder drei Worten bestanden (Wauwau hinsetzen, Mama Jacke anziehen). Dann kam ich aber gar nicht mehr hinterher, denn sie spricht inzwischen alles nach und was sich wiederholt, kann sie schnell selbständig anwenden (Neni Bauch eincremen). Seit einiger Zeit spricht sie ohne Vorgabe von mir Sätze aus mehreren Wörtern nach und nicht immer konjugiert sie richtig und nicht immer stimmen die Pronomen, was wirklich sehr süße Sachen fabriziert. Ein paar Beispiele:

Papa rasiert sich. Das kleine Cornflake schiebt langsam die Badezimmertür auf, mustert ihn und fragt ganz erstaunt: „Hey Papa, was mach-tu daaa?“

Morgens schallt es aus dem Babyfon: „Mamaaa, fertig schlafen! Schuhe an, Jacke an, Mütze auf!“

Vorhin legte ich beim Staubsaugen einen Deckel ihrer Trinkflasche auf ihren Kindertisch. Zum Essen bat ich sie einige Stunden später, ihren Teller schon mal da hin zu stellen, der Deckel lag aber noch im Weg. Und sie: „Deckel? Was mach-tu da? Weg, runter!“

Ich wagte es, ohne Mütze auf dem Kopf in die Kita zum Abholen zu kommen und bekam direkt Ärger: „Mama! Du du! Mütze auf! Kalt draußen, brrrr!“

Sie sagt „Neni bitte bunte Pun(k)te essen!“ wenn sie Smarties haben möchte oder wahlweise „Ein Keks haben!“

Als ich neulich kochte, nahm ich sie dabei auf den Arm und sie sagte, und ich war ganz erstaunt woher sie das hat,: „Mmmhh, sieht lecker aus!“ – was bin ich geplatzt vor Stolz! 😀

Am meisten kommuniziert sie noch über kurze Sätze aus drei Wörtern, aber ab und zu ist noch ein Name, ein Bitte, ein Danke oder irgendwas mit dabei, so dass die Sätze immer länger werden. Ich finde das so erstaunlich, wie schnell das wieder kam. Plötzlich quatscht sie uns den ganzen Tag eine Kante ans Bein, was nervig sein kann. Doch meistens ist es wirklich putzig und erleichtert total den Alltag, weil sie einfach ausdrücken kann, was sie möchte, was ihr nicht passt oder wonach ihr eben gerade ist. Außerdem ist sie viel viel zugänglicher für Begründungen oder Erklärungen.

Außerdem kombiniert sie die Wörter, die sie kennt, selbständig zu neuen Worten. Papa erklärte ihr an einem kalten Morgen, dass die Pfütze jetzt aus Eis ist und sie machte daraus „Eispfütze“. Oder sie spielt manchmal, wohl wegen unserer Katzen, dass sie eine Katze ist und krabbelt dann miauend über den Boden. Dabei nahm ich sie einmal auf den Arm, drückte sie an mich und sagte „Ich will kuscheln“, woraufhin sie sagte: „Kuschelkatze!“.

Ihre Erzieherin verabschiedet sie so, also macht das kleine Cornflake das ebenso, egal ob bei Mann oder Frau, Kassiererin im Supermarkt oder beim Papa: „Ciao Bella!“

Im März wird sie schon 2 – ich kann es einfach nicht fassen. Ich muss mich allerdings nicht fragen, wo die Zeit geblieben ist, denn die schlaflosen Nächte an ihrem Bett und die ewigen Einschlaftragen-Momente sind hier nach wie vor sehr präsent, auch wenn wir viele Nächte dabei haben, in denen sie durchschläft oder zumindest einigermaßen schnell einschläft. Müsste ich mich nach all der Zeit nicht mal daran gewöhnt haben? Die Gewöhnung bleibt irgendwie aus. Trotzdem sehe ich nach jeder Phase mit schwierigem Schlaf auch immer einen Entwicklungssprung wie diesen, so dass ich zumindest akzeptieren kann, dass dieses Kind eben einfach ein Wenigschläfer und Vielquatscher ist.

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7 Gedanken zu „Sätze

  1. Wir haben hier auch eine fast gleich alte Wenigschläfer und Vielquatscher-Maus. Muss also wohl zusammenhängen. Aber es macht auch einfach riesig Spaß, sich mit ihnen zu unterhalten! „Was machst Du denn da?“ und „Was macht der denn da?“ stehen bei uns auch hoch im Kurs 😉

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  2. Ich habe es immer so süß gefunden, wenn meine Tochter neue Worte gesprochen hat, allerdings habe ich es nicht festgehalten. Momentan (ca. 6 Monate vor dem Schuleintritt) machen ihr die unregelmäßigen Verben noch immer zu schaffen und ergeben oft witzige Situationen durch falsch konjugierte Verben. 🙂

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