In der Kita beten

Wir haben in der neuen Heimat einen Kitaplatz bekommen! Er ist jetzt save und das dauerte quasi nur einen Anruf lang – kein Vergleich zu Berlin, wo ich ein Jahr lang auf über 30 Wartelisten stand und wöchentlich zu öffentlichen Massen-Kita-Besichtigungen gerannt bin. Auf dem Dorf ist alles so easy entspannt, das ist so ein schönes symbolisches Beispiel für das, was ich von unserer Zukunft nach dem Umzug erwarte …

Auf dem Dorf ist aber auch alles irgendwie ursprünglicher, traditioneller, auch religonsbezogener. Die neue Kita ist eine evangelische Kita, der Träger also die Kirche.

Mein Mann wurde katholisch erzogen, getauft, kommuniert, firmiert und all das, was die Katholiken noch so tun. Er war Ministrant, seine Mutter geht bis heute an Weihnachten in die Kirche. Er ist kurz nach mir aus der Kirche ausgetreten, da er eher atheistisch ist und die veralteten Dogmen der katholischen Kirche nicht vertreten kann.

Ich wurde auch getauft, konfirmiert und ganz evangelisch erzogen. Bei meiner Oma wurde zum Essen und Schlafen immer gebetet, auch noch, als ich erwachsen war. Ich war aber nie gläubig, so gar nicht. Alles religiöse war für mich immer nur „weil man das halt so macht“. Ich bin dann vor vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten, als ich weit genug von zu Hause weg wohnte und meine Mutter weiß das bis heute nicht.

Unser Kind ist nicht getauft. Scheinbar ist die Kita cool damit, dass wir keine Gemeindemitglieder sind. Auf der Webseite der Kita steht, dass die Kinder zum Essen kindgerechte Gebete aufsagen, über christliche Feiertage sprechen und Gottesdienste besuchen und dass ihnen auch Kirchenlieder beigebracht werden – logisch, ist ja ne evangelische Kita.

Ich muss sagen, dass mich das nicht stört. Wir wollen die Religion ja nicht vom kleinen Cornflake fern halten, würden es ihr zu Hause aber nicht so intensiv vermitteln. Ich sehe es als Chance für sie, diese Tradition kennen zu lernen, damit sie sich später, wenn sie älter ist, selbst entscheiden kann, wie sie damit umgehen und woran sie glauben möchte.

Wie seht ihr das?

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10 Gedanken zu „In der Kita beten

  1. Schon bevor ich beim Ende ankam und also wusste, dass du das nicht schlimm findest, hatte ich den Gedanken „ich find’s nicht schlimm.“ Aus den gleichen Gründen wie du. Unser Kind ist katholisch getauft und ich wünschte fast, er wäre in einer katholischen Kita, damit ihm das alles nähergebracht wird. Denn ich werde es nicht tun (können) und sein Vater hat es vor, sobald er es versteht. Ob er das dann auch wirklich macht, also regelmäßig in den Gottesdienst gehen und so, ist jetzt noch nicht so absehbar. Beten tut hier keiner.

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  2. Hallo,

    ich selbst binin einem evangelischen Kindergarten gewesen und kann mich nicht erinnern, dass da gebetet wurde oder ähnliches.

    Ich finde es wichtig, dass Kinder die Wahl haben. Nur ist das schwierig, wenn sie in einem Umfeld groß werden, dass die christlichen Traditionen lebt, bzw. nicht lebt. Denn wenn sie nur eine Seite kennen lernen, können sie sich gar nicht entscheiden. Von daher scheint es nicht verkehrt, ihnen einen Lebensbereich zu geben, an dem sie anderes erleben als zu Hause. Wichtig finde ich aber, dass man den Kindern Gespräche anbietet. Kindgerecht erklärt, warum es im Kindergarten z.B. anders ist als zu Hause.

    Viele Grüße Schmetterlinge

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      1. Das weiß ich leider nicht. Ich habe keine Kinder und keine Erfahrumg in Erziehungsfragen. Ist es nicht so, dass Kinder im Rahmen ihrer Möglichkeiten nachfragen undan dann darauf reagiert? Tut mireod, sollte mein Beitrag nicht angemessen gewesen sein. Das war nicht mein Ansinnen.
        V.G. S.

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  3. Meine beiden Mädels sind auf einer katholischen Schule. Wegen dem Konzept dort, kleine Klassen, mehr Lehrer und alles. Wir haben sozusagen mit Religion so gar nichts am Hut. Ich hatte am Anfang wirklich lange überlegt, ob ich die Kids da reinstecke, da Religion ein Pflichtfach ist und nicht so wie an anderen Schulen als Wahlfach. Und ja ab und zu müssen wir die Gottesdienste mitmachen, da jede Klasse immer mal dran ist, diesen vorzubereiten und zu gestalten. Aber ich dachte mir dann, schaden kann es nicht, gehört zur Allgemeinbildung und die Mädels können dann immer mitreden. Zwar jammern sie manchmal, da sie nicht an Gott glauben, aber nun gut. Jetzt müssen sie da durch 😅. So schlimm ist es ja nun auch nicht.

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    1. Ach ja und meine beiden anderen großen waren sogar in einer evangelischen-Nazareth-Kita . Auch wegen dem Konzept. Einmal im Jahr an Weihnachten ging’s halt zum Gottesdienst 😅 mit der Kita.

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      1. Ich glaube auch man darf das jetzt nicht so überbewerten, der größte Teil in der Kita wird ablaufen wie in jeder anderen Kita auch. Und ich glaube, den ganz Kleinen ist es egal ob sie ein kirchliches Lied singen oder ein „normales“ 😉 da wird es vermutlich auch Abwechslung geben

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