Sieg Nummer 1

Ich hatte vor einer Weile mal davon berichtet, dass mein ehemaliger Chef mich zwei Tage nach der Elternzeit rausgeworfen hat, mir noch nie irgendeine Form von Lohnunterlagen ausgestellt hat und ich nun wie bedöppelt dastand – mit Kind, ohne Job, ohne Arbeits- und Lohnnachweise (hier nachzulesen: klick). Ich ging zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht und schrieb seither ganz bewusst nichts mehr darüber im Blog. Ich hatte die Befürchtung, dass man durch das Googeln der richtigen Schlagworte irgendwie zu meinem Blog gelangt und wollte das angesichts des laufenden Verfahrens gerne vermeiden. Sicher ist sicher.

Da das Verfahren abgeschlossen ist, kann ich euch den Stand der Dinge mitteilen: mein Anwalt fand heraus, dass er meiner Krankenkasse eine Meldung erstattet, aber niemals auch nur einen Cent der Abgaben gezahlt hat. Folglich hat die Kasse an die Rentenkasse gar nichts gemeldet. Dem Finanzamt war ich geringfügig gemeldet, obwohl ich Vollzeit arbeitete und einen entsprechend stimmigen Nettolohn erhielt.
Es gab nun zwei Gerichtstermine, zu denen weder mein ehemaliger Chef noch seine Anwältin erschienen, wodurch ich automatisch Recht bekam. Am Ende habe ich alle seine Konten gepfändet und nun endlich die mir zustehende Summe der unterschlagenen Sozialabgaben in Form von Schadensersatz erhalten. Weiter ist er verpflichtet, mich nachträglich zu melden und Lohnunterlagen auszuhändigen – das ist noch offen, letzteres wird vermutlich auch nie passieren.

Falls jemand weiß, wie ich das Dilemma, keinerlei Lohnnachweise zu haben, im Rahmen der Einkommensteuererklärung dem Finanzamt klar mache, möge er mich doch bitte aufklären.

Aus diesem Grunde läuft parallel noch eine Anzeige wegen Betruges. Da musste ich vor der Staatsanwaltschaft auch schon eine Aussage machen. Aktuelle Ermittlungen lassen vermuten, dass er eigentlich gar nicht tätig sein darf. Ich schätze, da kommt noch ein riesen Kloppi, von dessen Ausmaß wir noch nichts ahnen.

Damit ihr mal lachen könnt: meinem Anwalt sagte er nach dem Urteilsspruch am Telefon, dass er sich die Sache auch nicht erklären kann, dass das „Lohnbüro“ (er ist Steuerberater, es gibt kein Lohnbüro) da einen Fehler gemacht haben muss und er die Sache weiter leitet. An diesem Punkt hatte ich beschlossen, alles zu tun, was mir Gerechtigkeit und Genugtuung verschafft.

Nächste Woche gehe ich aber erstmal richtig fett shoppen auf diesen Sieg!

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8 Gedanken zu „Sieg Nummer 1

  1. Wie die Vorkommentatoren schreiben, am besten mit dem Schriftverkehr (Urteil etc) zum Finanzamt gehen.
    Der Schadenersatz/die Leistung wird aber auch versteuert.
    Als groben Daumen kannst Du 30% einplanen, wovon Du aber einen Teil bei der Einkommensteuererklärung wiederbekommst.

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    1. Da der Schadenersatz aufgrund fehlender Lohnzahlungen gewährt wurde, wird dieser meiner Meinung nach der Steuerpflicht unterliegen. Es wäre was anderes wäre es ein Schadenersatz aufgrund Körperverletzung/Unfall etc, denn da gibt es keine Steuerpflicht (Einkommen).

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  2. Herzlichen Glückwunsch.
    Ich bin echt gespannt was da noch raus kommt…
    Steuerverräter… *g* unglaublich.

    Mein Tipp:
    Gehe zu deinem Finanzamt, nimm deine Unterlagen (auch das Urteil) mit und erkläre bzw. frage wie du dich jetzt verhalten sollst. Das Finanzamt ist zur Auskunft verpflichtet. Das kann ja niemand wissen, wie man da was angeben soll. Wobei die jetzige Zahlung dann wohl zum Einkommen gerechnet werden wird, oder? 😉

    Liebe Grüsse, kkk

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  3. frag doch mal das finanzamt selbst? zumindest bei meinem FA in charlottenburg, sind die eigentlich super hilfsbereit wenn man nicht versucht sie zu bescheissen 🙂 ich hätte vermutlich die kontoauszüge als gehaltsnachweis eingereicht zusammen mit der juristerei von dem verfahren jetzt und etwaigen aussagen der krankenkasse – aber nachdem ich mit dem finanzamt geredet hätte und das einfach mal so vorgeschlagen hätt.

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