Alltag irgendwie

Die Nacht ist zwischen halb 6 und halb 7 vorbei, dann stehe ich mit meiner Tochter zusammen auf, wickle sie, ziehe sie an und sagte „jaaaaahhhhaaaaa, gleeeiiich mein Schaaaatz“ in sarkastischem Ton, während sie heulend zu meinen Füßen nach ihrer Flasche nörgelt, die ich währenddessen zubereite. Während sie die dann auf dem Sofa trinkt, darf sie Peppa Wutz oder Kikaninchen oder weiß der Geier gucken, damit ich kurz allein aufs Klo schlüpfen und mir einen Kaffee machen kann. Dann gucken wir zusammen, während ich ihn trinke. In den nächsten zwei Stunden spielen wir im Kinderzimmer, lesen Bücher, bauen Klötze oder malen Bilder, während ich jede Minute nutze, um mich fertig zu machen: Kind malt – Schnell mal die Haare kämmen. Kind ist ins Buch vertieft – Schnell in die Arbeitsklamotten springen usw… eine halbe Stunde bevor ich los muss wird der Papa geweckt. Er könnte die halbe Stunde noch schlafen, aber mir ist lieber, dass er mit dem Kind in Ruhe zusammen frühstückt, wenn ich weg bin, und er braucht die halbe Stunde, um wach zu werden und Frühstück zu machen. Während er das tut, mache ich mich final fertig und zwänge mir noch unentspannt eine Schüssel Nougatcornflakes rein, wenn ich es schaffe. Dann gehe ich für vier Stunden zur Arbeit.
Wenn ich wieder komme, muss ich manchmal noch schnell kochen, bevor mein Mann sich zur Arbeit aufmacht, denn wenn er das Kind bespielt, dann kocht es sich schneller und entspannter. Manchmal hat er auch schon gekocht, dann essen wir zusammen. Wenn der Papa auf der Arbeit ist, beginnt für mich alles, was er nicht geschafft hat: zur Post, einkaufen, Wäsche waschen, Katzenklos machen, was weiß ich… und dann natürlich ggf. Mittagsschlaf, Spielplatz, lesen, bauen, malen … abends bringe ich die Kleine dann ins Bett – also essen, ggf. baden, umziehen, einschläfern. Und dann: puh – meine erste richtige Pause! Bis ich aber all den liegen gebliebenen Scheiß gemacht habe (gestern musste ich eine lange Mail an den Anwalt schreiben, heute war Flaschen und Schnuller putzen und auskochen angesagt), ist es meistens schon so spät, dass ich total müde ins Bett falle.

Meinem Mann geht es nicht viel anders. Er darf zwar bis um halb 9 schlafen, dafür macht er derzeit die Kita-Eingewöhnung der Kleinen am Vormittag und muss dann kurz nach dem ich von der Arbeit komme selbst los, um dann bis +/- Mitternacht zu arbeiten. Meine babyfreie Zeit ist also definitiv länger als seine, denn nach Feierabend sitzt er natürlich nicht noch bis 4 Uhr morgens rum und macht irgendwas.

Wenn die Kleine bald eingewöhnt ist, wird alles nochmal umgeworfen.

Tja und deshalb schreibe ich im Moment so wenig. In all dem Alltag passiert irgendwie nichts aufregendes oder ich bin einfach zu müde und/oder beschäftigt, um extra nochmal den Laptop anzumachen.

Und dann! Dann hast du solche Nachmittage bzw. Abende wie heute: das Kind hat zu viele Kiwis gegessen und einen megawunden Hintern – beim Wickeln muss aber trotzdem der Sand vom Spielplatz abgewischt werden… au weia 😦 Zusätzlich dazu bekommt sie einen neuen Zahn und der eigentlich beruhigende Schnuller tut beim Schnullern weh UND sie ist vorhin beim Spielplatz von der Treppe der Rutsche gefallen und hat sich eine dicke fette Beule mitten auf der Stirn zugezogen. Wir hatten beide wirklich miese Laune heute…

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5 Gedanken zu „Alltag irgendwie

  1. ja, klingt echt stressig, und das sicherlich auch, weil ihr kaum zeit habt, euch zu zweit um die kleine und die häuslichen pflichten zu kümmern. du kommst mir aber auch sehr vorbildlich vor, was liegengebliebenen scheiß angeht. 😉

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  2. Ja, so stelle ich mir arbeiten mit Kind vor. Lass dir mal auf die Schulter klopfen, du machst das prima. Wenn die Jungs Mittags schlafen (ist aber beim Großen nur noch manchmal der Fall), finde ich die Atempause echt toll – sonst bin ich bis zum Abend echt am Arsch. Wie läuft’s denn bei der Kita? Gefällt es ihr?

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  3. ähm… deine babyfreie Zeit ist länger als seine? Wer hat dir das denn eingeredet? Glaubst du das auch noch??? Du hast das Kind den ganzen Tag außer die 4 Stunden wo du arbeiten gehst. Ist das deine babyfreie Zeit? Er geht länger arbeiten als du oder?
    Oder meinst du die Zeit, die du hast, wenn das Kind abends endlich irgendwann schläft? Dann hast du zwar babyfrei, aber andere Pflichten. Hast du doch grad aufgezählt. „All der liegen gebliebene Scheiß.“
    Ich sags ja gern noch mal: Ein Kind bedeutet für beide, dass sich das Leben ändert, nicht nur für die Mutter. Du kannst nicht mal in Ruhe frühstücken und der Herr schläft gemütlich bis halb 9 und braucht dann ne halbe Stunde zum wach werden… man man man, wenn ich das höre, geht mir das Messer in der Tasche auf. Sorry, aber ich glaube du weißt inzwischen, dass ich deinen Mann gefressen hab. Aber ich kann auch beim nächsten mal gern einfach meine Klappe halten 😉

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    1. Haha 😉 du überinterpretierst aber auch. Er ist ja unabhängig vom Feierabend nie vor 1 Uhr im Bett. Wenn er nicht direkt nach der Arbeit ins Bett geht, dann ist seine Nacht halt auch kurz. Ich weiß selbst wie der Tag läuft, wenn ich nur vier oder fünf Stunden Schlaf gekriegt habe. Deshalb darf er morgens liegen bleiben. Wenn er dann frei hat, steht er auf und ich darf liegen bleiben, bis ich zur Arbeit muss. Mit „mehr babyfreie Zeit“ meine ich wirklich den Abend, den ich habe, sobald die Kleine schläft. Während mein Mann nach Feierabend ja den Druck hat, bald schlafen gehen zu müssen (er kann ja morgens um 1 oder 2 nicht so viel machen, pennen ja alle), habe ich eben noch die Zeit, Sachen zu erledigen oder eben nicht. Neulich hatte ich abends eine Freundin zu Besuch, mit der ich auf dem Balkon geklönt habe… Nachts kommt keiner mit dem mein Mann noch klönen kann 🙂 grundsätzlich hast du recht, dass jeder das gleiche Maß an Anstrengung abbekommen sollte, und ganz ausgewogen ist es noch nicht, aber durch seine lange und späte Schicht hat er schon echt den blöderen Part gerade.

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      1. Ich finde nicht, dass ich überinterpretiere. Ich finde, er wiegt zu viel auf und du entschuldigst zu viel.

        Selbst wenn er erst um 2 im Bett ist, dann schläft er immer noch 6,5 Stunden.

        Dass dein Mann bei den Arbeitszeiten natürlich nacht nicht mehr mit Kumpels was machen kann, seh ich ja ein. Aber das war auch vorher schon so und das geht nun mal mit dem Beruf einher. Und wenn du dann abends mit der Freundin auf dem Balkon sitzt, ist das trotzdem nicht richtig babyfrei. Klar schläft sie vielleicht durch und du hast deine Ruhe, aber wenn was ist, musst du sofort bereit sein. Ist ja nicht so, dass du in der Zeit weggehen könntest.
        Aber ich versteh dein Argument.

        Trotzdem finde ich, dass dein Mann im Gegensatz zu dir ein ziemlich gechilltes Leben führt und ich bin gespannt, ob dann so „liegen gebliebener Scheiß“ gemacht ist, wenn sie dann in die Kita geht und dein Mann den Vormittag tatsächlich frei hat.

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