Erst Wasser, dann Feuer im Keller 

Letzte Woche lief unser Keller voll, als es so stark regnete. Der Stand der Dinge ist übrigens, dass bei uns alles hin ist, allerdings war das meiste Sperrmüll und alte Möbel, die wir eh mal irgendwann entsorgen wollten. Nun stellt die Hausverwaltung gnädigerweise, nachdem ich das angefordert und mit einem Anwalt gedroht habe, den Mietern einen Container zum entsorgen, so dass wir mit unserem Kellermüll nicht bis zur Entsorgungsstelle fahren müssen. Im Grunde haben wir dadurch nur gewonnen, auch wenn es schade um ein paar Dinge ist.

Und heute dann, stand ich in der Küche und hörte plötzlichen Sirenen, schloss noch genervt das Fenster, weil die immer näher kamen und dann hielten die aber direkt vor der Tür. Zwei mal Polizei, einmal Feuerwehr. Draußen sammelten sich Passanten, die Bewohner von der gegenüberliegenden Straßenseite schauten neugierig von ihren Balkonen zu mir runter und ich dachte: Hm? Brennts?

Auf einmal dann die Durchsage via Megafon, man solle doch bitte reingehen und Türen und Fenster geschlossen halten. Bin also los und hab alles verschlossen. Ich hab mich noch gefreut, dass das kleine Cornflake, das schon im Bett war (weil 20 Uhr), nicht von Sirene und Megafon aufgewacht ist – es sollte sich herausstellen, dass Lärm sie nicht weckt. Es stieg dann dichter Qualm auf, so dass ich aus meinem Küchenfenster nichts mehr sehen konnte:

Direkt unter dem Kinderzimmerfenster schmiss die Feuerwehr dann ein irre lautes Gerät an (Sternenkratzer? War das wohl die Wasserpumpe?), das die ganze Aktion über Krach machte, doch das Kind schlief friedlich weiter. Es schlief auch weiter, als ich panisch an die Tür stürmte, weil die Feuerwehr bei mir Sturm klingelte und gegen die Tür bollerte. Dialog:

Mann in voller Montur: Nabend, Feuerwehr… nebenan brennts. Sind Ihre Türen und Fenster zu?

Ich: Ja, hab das Megafon gehört.

Feuerwehr: Juti. Also wir haben alles im Griff, es besteht keine Gefahr. Aber wir müssten mal in den Keller, haben Sie einen Schlüssel?

Ich: Ja, hier… Ich kann aber nicht mit runter kommen, hab ein Baby nebenan…

Feuerwehr: Wir sind vertrauenswürdig!

Nachdem die wohl dann den Keller aufgeschlossen hatten klopfte der Feuerwehrmann für die Rückgabe meines Schlüssels ganz leise an der Tür und sagte noch: Hoffentlich haben wir das Baby jetzt nicht geweckt…

Ich nur: Ach, das wäre dann Pech, die Sache hier geht vor.

Er bedankte sich und zog grinsend ab. Besonders in Panik schienen die nicht zu sein. Das Kind jedenfalls schlief auch hier noch immer selig weiter. Inzwischen war auch der Innenhof zur anderen Seite der Wohnung komplett zugequalmt. Kurze Zeit später kam mein Nachbar, klopfte leise und wir klärten uns gegenseitig über den Stand auf. Es brannte im Keller des Nebenhauses, aber alles war sofort unter Kontrolle. Während wir da standen brüllte die Feuerwehr aus dem Keller durch unseren Flur auf die Straße, Nachbarn kamen aus ihren Wohnungen und stellten sich zu uns, diskutierten laut, bis ich mich nach drinnen verabschieden musste, weil ich Angst hatte, sie machen die Kleine wach. Doch die schlief.

Irgendwann fuhr die Feuerwehr weg, die Polizei danach auch und irgendwann war auch der Qualm weg. Weil ich ja nichts riechen kann musste ich warten, bis mein Nachbar Entwarnung gab und wir die Fenster wieder öffnen konnten.

Dann saß ich vorhin im Wohnzimmer mit offener Balkontür und hörte plötzlich einen Haufen Mädels aus dem Nachbarhaus ‚I will survive‘ grölen, Text und Melodie waren zwar nicht so gut erkennbar, aber es war trotzdem eindeutig. Dann brüllte auf einmal aus dem Innenhof zu ihnen hoch die Omma, die immer unseren Garten macht: Hallo? Könnte ‚I will survive‘ bitte die Balkontür schließen? Sie treffen nicht die vorgesehenen Töne!“

Nach diesem verrückten Tag legte ich mich eben ins Bett und hörte dann just in dem Moment, in dem ich mein Nachtlicht löschte, das Kind übers Babyphone weinen… war ihr wohl zu leise.

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6 Gedanken zu „Erst Wasser, dann Feuer im Keller 

  1. ich hatte mich silvester schon sehr gewundert, dass mein kind absolut schmerzfrei weitergepennt hat. irgendwie sind die kleinen echt schräg, nicht? letztens hat ein hund laut gebellt nachts, da schreckte das kind hoch, rief „wau wau“, und ließ den kopf wieder fallen. schnarch. die sind so witzig. außer, wenn sie weinen, nachts, wenn man pennen will. 😉

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