Coolste Baby-Party aller Zeiten

Wie Wikipedia die Babyparty erklärt:

„Die Babyparty ist eine ursprünglich US-amerikanische Tradition und wird dort Baby shower genannt… Zu der etwa zwei Monate vor dem errechneten Geburtstermin stattfindenden Feier werden meist nur weibliche Gäste eingeladen … Die Gäste bringen kleine Geschenke für die Mutter und das Kind mit…

Üblicherweise sind die Räumlichkeiten, in denen die Feier stattfindet, mit möglichst vielen Hinweisen auf das Kind dekoriert – beispielsweise mit Namensgirlanden und blauen bzw. rosafarbenen Luftballons… Ein wichtiger Bestandteil sind die typischen Spiele, die sich um die Themen Baby, Mutterschaft, Stillen usw. drehen…“

Sowas hatte ich gestern, aber in cool 🙂
Mein Mann hat das ja heimlich für mich organisiert – vor einigen Tagen habe ich in einem Eintrag geschrieben, dass meine Mutter mir sein Vorhaben gepetzt hat, so dass ich nun halbwegs Bescheid wusste, dass eine Babyparty stattfindet, das Ausmaß der Planung habe ich aber nicht ahnen können. Mein großartiger Ehegatte hat seit Anfang Januar mit unseren Freunden und der Familie hinter meinem Rücken geplant und organisiert und sich mit jedem Detail unheimliche Mühe gegeben. Sie haben die wildesten Strategien ausgeheckt, wie sie mich am gestrigen Tage aus dem Haus gekriegt hätten, wenn ich nichts gewusst hätte und unsere Freunde haben selber genäht, selber gebastelt, selber gebacken und jeder hat sich so sehr um mich bemüht, da ist mir wirklich das Herz aufgegangen! Sie sind einfach alle unglaublich! 🙂

Während ich gestern mit einer Freundin pseudomäßig einen Spaziergang machen sollte, haben sich unsere Freunde mit sämtlichen Utensilien für die Party gegenseitig abgeholt und dann bei uns das Wohnzimmer rosa dekoriert. Da hing dann eine Girlande aus Babysachen, rosa Luftschlangen, Ballons, verschiedene Girlanden aus rosa Babyfüßen und es waren Tische aufgebaut, auf denen Geschenke standen, unter anderem eine selbstgemachte Windeltorte, dazu ein selbstgebackener (superleckerer) Kuchen und Nussecken mit rosa Schokolade:

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In dieser östrogengeladenen Atmosphäre fühlten sich die drei Männer zunächst etwas verloren und der ursprüngliche Plan sah wohl vor, dass die zwischenzeitlich verschwinden und uns Mädels allein lassen – dazu kamen sie aber irgendwie nicht 😉

Es wurde mein Lieblingscocktail gemixt, für mich natürlich in der jungfreulichen Variante – Bier und Sekt gingen dann aber insgesamt deutlich besser. Meine Vorliebe für den Swimmingpool wurde aber noch nie besonders geteilt.
Dann gab es Wettkarten auszufüllen, wo man einen Tipp zu Größe und Gewicht abgeben konnte und dazu, ob der Papa bei der Geburt weinen oder umkippen wird, ob die Fruchtblase im Supermarkt oder vielleicht auf der Straße platzen wird… da waren unsere Freunde doch alle sehr unterschiedlicher Meinung. Wir müssen uns noch etwas für denjenigen überlegen, der dann mit allem am dichtesten dran ist. Falls ihr da eine Idee für den Gewinner habt, dann sagt Bescheid.
Danach haben wir O-Saft aus Babyflaschen trinken müssen – ich weiß gar nicht mehr, wer da eigentlich der oder die schnellste war, denn es war wirklich erstaunlich schwer, aus dem winzigen Loch überhaupt irgendwas rauszukriegen. Deshalb saugen Babys auch wie die Wahnsinnigen – weil sie Hunger haben und aus den scheiß Flaschen einfach mal gaaarnichts raus kommt 😀
Danach haben wir Babygläschen verkostet. Die Etiketten waren abgeklebt und wir mussten über sechs Runden raten, was drin ist. Wir stellten fest, dass außer „Spaghetti Bolognaise“ eigentlich alles nach nichts oder nach Möhre schmeckt und kurioserweise ist in jedem Glas, egal welche Geschmacksrichtung es letztlich darstellen sollte, auch die Möhre an erster oder zweiter Stelle in der Zutatenliste aufgeführt. Und Sorten wie „Lachs in Brokkolirahm“ enthielten tatsächlich nur einen verschwindend geringen Prozentsatz Brokkoli bzw dessen, was vorn auf dem Etikett stand. Zudem ist der Inhalt ja nahezu völlig ungewürzt und da ist man sehr gut mit der Strategie gefahren, einfach immer „Möhe und Kartoffel“ zu raten und dann damit einigermaßen richtig zu liegen. Die meisten von uns haben sich kaum getraut, etwas von dem Brei in den Mund zu nehmen, ein mutiger in der Runde wird seinem zukünftigen Kind aber sicher alle Gläser wegfuttern, weil er immer richtig reingeschaufelt hat, wo es uns anderen schon fast hoch kam 😀

Es gab aber auch etwas vernünftiges zu essen, undzwar haben wir Raclette gemacht! Ich liebe es, Raclette zu machen und den von mir geliebten Ofenkäse gab es auch noch dazu! Ich war total glücklich und zufrieden und hinterher ab-so-lut vollgefressen. Das ist halt auch ein sehr geselliges Ding, weil es so interaktiv ist und man nicht so steif am Tisch hockt und für jeden ist irgendwas dabei.

Was sich als DAS ultimative Spiel entpuppte – vielleicht nicht zuletzt deswegen, weil einige bereits angemessen alkoholisiert waren – war Baby-Stadt-Land-Fluss. Den Klassiker kennt jeder, in diesem Fall musste man dann zu einem vorgegebenen Buchstaben Babynamen, Spielzeug, Brei-Sorten, Babybedarf usw. ausdenken und dabei möglichst viele Punkte zusammen bekommen. In der Runde sind alle kinderlos, so dass es nicht verwunderlich ist, dass einige sich da mit den wildesten Begriffen durchsetzen wollten. Eine Auswahl der geistigen Ergüsse oder der verzweifelten Ideen habe ich für euch zusammen gestellt. Wie kamen unsere Gäste wohl auf folgende Begriffe:

Babyspielzeug:
Gitarre
Lichtschwert
Musik
Ottifant
Peitsche

Babybrei-Sorte:
Marmelade
Doppelapfel
Dorade

Babypflegeprodukt:
Mundspülung
Gesichtscreme
Vorwasch-Creme
Meersalz-Bad
Eier-Shampoo

Babybedarf:
Ventilator

Da müssen wir offenbar noch einiges für’s Baby einkaufen 😀

Mein Mann und ich haben dann noch von allen Anwesenden Babyfotos bekommen und mussten raten, wer wer ist. Das ist wirklich nicht leicht und vieles hat man dann an der Kleidung oder dem Hintergrund ausmachen müssen. Viele Prinzessinnen von damals sind halt auch heute noch irgendwie welche, während anderen der rotzfreche Blick erhalten geblieben ist.

Es wurde dann schon recht spät und alle müde, doch wir haben es uns nicht nehmen lassen, zum Schluss noch weiße Bodys mit Textilfarben anzumalen. Obwohl wir dazu Schablonen hatten, sind nicht alle Unikate auch wunderschön geworden 😀 Einer der Jungs hat etwa seinen eigenen Namen auf den Popo des Bodys geschrieben, riesengroß, krakelig und in schwarz – ob ich das meiner Tochter anziehen werde? Ich weiß ja nicht 😉 Andere aber haben mich da echt mit ihrer Kreativität überrascht! Außerdem war das Bemalen ein tolles Spielchen zum Ausklang eines wirklich gelungenen, ereignisreichen Tages, der nachts um halb 1 endete. Ich wüsste nicht, wann jemals eine Babyparty so lange gegangen wäre, aber wir hatten alle einen riesen Spaß und ich war rundum glücklich und zufrieden 🙂

Es hat mich total beeindruckt, wie viel Herzblut mein Mann und unsere Freunde in die Planung investiert haben, wie viel Kreativität in den selbst gebastelten und selbst genähten Geschenken steckt und wie detailreich alles auf meine Interessen und meine Vorlieben abgestimmt war – vom Kuchen bis zur Spieleauswahl. Und welche Frau hat schon einen Mann, der all das für die tut? Was bin ich stolz, ihn mir gekrallt zu haben 🙂

Es hat einfach alles gestimmt und deshalb war das auch die schönste und coolste und am besten geplanteste Babyparty aller Zeiten und das werde ich bestimmt niemals vergessen!
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16 Gedanken zu „Coolste Baby-Party aller Zeiten

  1. ihr verratet den namen vorher, das finde ich interessant. findet ihr das verheimlichen des namens auch affig? also, wir haben ein staatsgeheimnis draus gemacht, aber wir haben bekannte, die sowas voll aufregt. warum eigentlich? 😉

    schöne bilder und tolle party. sowas war nie was für mich, aber jetzt wo ich das so lese, ist mir da einiges entgangen glaube ich.

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    1. Nee, das war ein Unfall. Ich hab ein Schild gebastelt für den Hausflur für die Nachbarn und das dann bei Whatsapp Freunden geschickt… und verplant, dass der Name da schon auf dem Entwurf stand. Dann war die Bombe geplatzt und deshalb haben wir es dann einfach allen gesagt. Hat sich auch keiner erlaubt, sich negativ zu äußern 😉

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      1. das glück muss man erstmal haben, dass wirklich keiner einen kommentar zum namen abgibt. mir wäre das zwar egal gewesen, es war auch nicht der grund warum wir nichts verraten haben. vielmehr wollten wir einfach noch eine überraschung bis zum schluss aufheben. 🙂 aber jedenfalls, ein doofer kommentar zum namen ärgert einen ja trotzdem. wir haben bis jetzt (ja, wodas kind schon da ist und nunmal so heißt!) einmal was doofes zu hören gekriegt. mtms tante sagte mir ungefragt (!), sie sei „scho bissle enttäuscht“ gewesen vom namen. er sei so einfach. aha. 😉

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        1. Tse, als ob ihre Meinung jemanden interessiert Ich frage mich immer, was solche Menschen mit solchen Kommentaren bezwecken. Denkt sie etwa, sie hätte da ein Mitspracherecht? Wenn man schwanger ist und/oder ein Kind hat, dann meinen irgendwie plötzlich alle, dir in jeden Scheiß reinquatschen zu dürfen, und sei es noch so intim.

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          1. so sieht es aus und nun kann ich auch endlich bestätigen: MIT kind wird das noch schlimmer. manhat das gefühl, sich nur noch rechtfertigen zu müssen, wieso man was mit dem kind ausgerechnet SO macht.

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