Keine Plastiktüten in 2015

Anfang des Jahres (beim toten Blog.de, daher leider keine Verlinkung) beschloss ich und hielt ich schriftlich fest, dass ich gelobe, in 2015 den Konsum meiner Plastiktüten auf ein Minimum zu reduzieren. Nun möchte ich euch berichten, wie das so lief und wo ich gesündigt habe.

Im Drogeriemarkt gab es an den Kassen ja immer diese kleinen Abreiß-Tütchen, die zu meinem Glück abgeschafft wurden, so dass ich ihnen nicht mehr verfallen konnte. Mann, die waren aber auch praktisch! In diesem Jahr habe ich aber keine einzige dieser Tüten gewollt oder gebraucht, da ich festgestellt habe, dass all der Kram, den ich mir da kaufe, auch in Handtasche oder Rucksack passt. Wenn man erst einmal zu dieser Einsicht gelangt ist, werden viele Tüten plötzlich völlig überflüssig, das war schon ein Phänomen.

Da wir zu Hause zig Einkaufstüten gesammelt hatten, konnte ich die eine ganze Weile als Mülltüten verwenden. Es hieß ja nur, sich keine neuen zuzulegen – wenn sie aber schon da waren, so wurden sie von uns zumindest sinnvoll verwendet… tja, bis sie alle waren.

Schon nach vier Wochen begann ich die erste Sünde und kaufte mir Mülltüten. Letztlich sind auch das nur Plastiktüten, aber die schienen mir irgendwie unvermeidlich. In Berlin trennt man den Müll ja nicht wirklich. Wir sortieren noch Plastikverpackungen, Pappe und Glas vom Restmüll aus, aber „Restmüll“ ist ein wirklich dehnbarer Begriff. Für uns heißt das, dass Katzenfutterdosen und angegammelter Salat in die selbe Tonne kommen, und für unsere Nachbarn heißt das, dass sie ihre Toaster und Matratzen auch so entsorgen dürfen. Wenn dann also der Restmüll mal „suppt“, dann soll er das weiterhin in einer Plastiktüte tun, ist mir lieber.

Kommen wir nun zu den Sünden, die sich unter (mal mehr und mal weniger) Aufwand sicher hätten vermeiden lassen:

1. Geschnittene Wassermelone
Die ist ja im Supermarkt in Plastik verpackt. Wir haben sie immer in einem türkischen Laden gekauft, wo an der Kasse auch noch jedes Mal ein netter Einpacker-Boy stand, der dir die in Plastik geschweißte Melone noch in eine Plastiktüte gepackt hat. So schnell konntest du gar nicht gucken, hast es nach dem dritten Mal aber natürlich schon vorher gewusst und trotzdem nichts gesagt.

2. Döner
Ich habe mir gut zureden lassen, dass die Plastiktüte des Döners „zum Mitnehmen“ ja quasi seine natürliche Verpackung ist. Und willst du mitten in Berlin, wenn 20 Leute ungeduldig hinter dir warten, dem sich nur schwer auf Deutsch artikulierenden Dönermann erklären, dass du jetzt keine Tüte haben willst? Unser Dönermann jedenfalls versteht nur die Antwort auf „Salat alles?“.

3. C&A, H&M und Co. …
Ich war hier und da mal Klamotten shoppen und da hatte ich in der Regel keinen Rucksack mit dabei, um das Gekaufte irgendwo zu verstauen. Mit einem Pulli über den Arm geworfen dann aber durch weitere Läden zu ziehen erschien mit wenig sinnvoll. Das hätte ich anders planen können, aber auch an deren Kassen müsste man sich schon sehr wehren, wenn man keine Tüte haben will. Eigentlich könnten diese großen Ketten ja mal auf Papier umsteigen, wie ich finde. Andere bekommen das auch hin.

4. Ungeplanter Spontaneinkauf im Edeka vor einigen Wochen.
Ich habe dann doch mehr gekauft als geplant und es hat in Strömen geregnet – da habe ich mir eine Plastiktüte gekauft. Und ich war auch froh, dass ich sie hatte. Schande über mein Haupt, aber ich habe ja nie behauptet, dass Plastiktüten nicht praktisch sind! Das war aber auch die allerallereinzige im Supermarkt gekaufte Tüte im ganzen Jahr.

Fazit:
Ja, man kann Plastiktüten vermeiden. Undzwar alle, die Henkel dran haben (wenn man sich deutlich genug ausdrückt und konsequent ist).
In diesem Jahr habe ich so wenige Tüten mit nach Hause genommen wie noch nie und ich hatte insgesamt ein gutes Gefühl dabei. Der Trick ist, ein bisschen nachzudenken, vorauszuplanen und immer einen Stoffbeutel oder eine Alternative dabei zu haben.

Im nächsten Jahr werde ich das so fortführen und optimieren, auf jeden Fall! Und ich will das Ganze noch erweitern. Denn viele Lebensmittel sind so übermäßig verpackt, dass man sie einfach meiden sollte, schon aus Trotz. Das betrifft zum Beispiel doppelt verpackte Süßigkeiten (kleine Tüten in einer großen Tüte).

Viele Verpackungen kann man sicherlich auch konsequent vermeiden, indem man längere Wege auf sich nimmt oder sich anderweitig einschränkt und auf Alternativen zurück greift. Unsere Katzen haben in diesem Jahr etwa ihr Katzenklo zerschrottet und obwohl wir ihnen ein neues gekauft haben (eben aus Plastik) hätte ein Karton hier sicherlich ebenfalls seinen Zweck erfüllt. Karton statt Plastikklo ist aber schon wirklich eine seeehr „alternative“ Methode und geht uns dann doch ein bisschen zu weit. Und inzwischen gibt es ja diese ganzen Öko-Läden, in denen man sich Abfüllbares kaufen kann (Cornflakes zB), ohne eine Plastikpackung aus dem Supermarkt kaufen zu müssen. Statt Plastikflaschen kann man Glasflaschen kaufen usw … Wer das so betreiben möchte, sei herzlich eingeladen, dies zu tun. Für mich wird es vorerst reichen, solche Alternativen situationsbedingt und „ab und zu“ in Anspruch zu nehmen. Ich will für mich einen Rahmen finden, der mich nicht zu sehr einschränkt oder zum Verzicht drängt: Auf die Dönertüte kann ich sicherlich verzichten, aber ich schleppe mich nicht mit einem Kasten voller Glasflaschen ab.

 

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9 Gedanken zu „Keine Plastiktüten in 2015

  1. Dir /Euch auch ersteinmal ein frohes neues Jahr.
    Auch ich versuche diesen Plastikwahnsinn zu widerstehen, was recht gut klappt.

    Ich habe mal einen Tipp: Schau mal nach einer Falttasche, die ist zusammengefaltet so
    groß wie ein Kartenspiel und a) sehr belastbar b)immer wieder verwendbar.

    Ich hab es mir angewöhnt, immer eine in der Innentasche der Jacke zu haben, die ich sonst
    eh nicht nutze. Ideal für Spontaneinkäufe.

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    1. Das selbe Prinzip wäre es, immer einen Stoffbeutel in der Handtasche zu haben. Ich gehe eigentlich nie ohne meine Umhängetasche aus dem Haus – aber da dann auch wirklich immer nen Beutel drin zu platzieren hat sich noch nicht so richtig eingebrannt. Aber es wird besser 😉

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  2. Ich hab mich 2015 auch oft an „keine Tüte in 2015“ erinnert. Habs aber, wenn überhaupt, nur im Supermarkt durchgezogen.
    Obst und Gemüse hab ich ganz oft ohne diese kleinen Tüten gekauft. Das war nur einmal bei den Feigen doof, weil die leider gequetscht wurden und dann alles blau verschmiert haben. Aber sonst sind diese kleinen Tüten wirklich überflüssig. Ich hab sogar meistens einen Stoffbeutel in der Tasche, so dass ich meine drei Sachen problemlos da rein kriege.
    meine vorhandenen Tüten hab ich auch als Mülltüten verwendet und inzwischen ist der Schrank leer und ich nutze wieder „normale“ Mülltüten (auf die ich weiterhin nicht verzichten möchte… Meine Eltern haben ganz früher den Mülleimer immer mit Zeitungspapier ausgekleidet, kann ich mich erinnern… vielleicht wär das was? 😉

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      1. ja, mit Zeitung musste man zwar auch den ganzen Eimer raustragen und auskippen, aber die Zeitung hatte Flüssigkeiten die da mal rumsuppen gut aufgesaugt.
        Tüte ist auf jeden Fall viel einfacher.

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  3. Was mich am Meisten ärgert, sind die Tüten an der Obst und Gemüsetheke…auch da könnte man durchaus auf Papier umsteigen…und es regt mich auf, dass Schlangengurken in Plastikfolie eingeschweißt sind und die Pomelo in einem Plastiknetz UND einer Plastikfolie….und überhaupt, die dreier Schläuche Paprika, wo die lose Paprika meist viel billiger ist, dass aber niemand wirklich vergleicht.
    Ich finde es schlimm, dass es in den Bundesländern kein einheitliches Trennsystem gibt. Wir kompostieren unsere Bioabfälle selbst, ansonsten gibt es eine Biotonne. Hundefutterdosen, Joghurtbecher etc. pp. kommen in die gelbe Tonne. Papier in die Papiertonne. Flaschen, Glas in den Container…wobei ich da schon gesehen habe, dass die Container zwar unterteilt sind, im LKW aber alles zusammen geschüttet wird. Ich benutze aber auch Mülltüten für meinen Mülleimer, weil ich nicht will, dass mein Mülleimer im Haus dreckig wird. Manchmal, denkt Oma nämlich nicht nach und schmeißt Essensreste, die wir eigentlich kompostieren, da hinein.
    Da ich meist mit dem Auto einkaufen fahre…müsste sonst mehr als 3 Kilometer mit dem Rad fahren oder zu Fuß laufen…bei 4 Personen und 3 Hunde eine mühsame Schlepperei, hab ich immer einen Korb oder dieses wiederverwertbaren Taschen im Kofferaum. Gut, die sind auch aus Plastik, aber extrem langlebig. Die Meisten davon hab ich schon mehr als 5 Jahre und sie sind immer noch stabil und erfüllen ihren Zweck.

    Ich finde, du machst das schon richtig so, wie du es machst. Im Endeffekt muss ja auch jeder selber entscheiden, wie er das handhaben möchte.

    Dir und deinen Lieben ein gesundes, neues Jahr. *wink*

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  4. Ich finde, du hast schon viel erreicht. Wenn das jeder so machen würde, wäre schon viel gewonnen. Im Supermarkt lasse ich mir eigentlich nie ne Tüte geben, aber um die dort angebotenen Verpackungen kommt man ja echt schwer rum. Da müsste man schon große Mühe auf sich nehmen, wahrscheinlich auch längere Wege, um das zu umgehen. Und gerade wenn du auf dem Land wohnst, ist das auch nicht grade umweltfreundlich.
    Aber ich frage mich auch, warum die Supermärkte das nicht etwas umstellen. Grade von den Biosupermärkten erwarte ich da schon ne Vorreiterrolle.

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