Hyposensibilisierung – Start

Als ich ein Teenager war, plagten mich schon zahlreiche Allergien und die dazugehörigen Kreuzallergien. Ich hatte Heuschnupfen, in Verbindung mit Asthma wirklich unheimlich ätzend, konnte mich von Frühjahr bis Herbst kaum einen sonnigen Tag ohne Symptome bewegen und es war vorbei mit all dem schönen Obst, denn ich bekam Juckreiz und Schwellungen nach dem Verzehr von Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Co. Ich startete dann eine Hyposensibilisierung und das sah damals so aus, dass man in regelmäßigen, sich vergrößernden Abständen vom Arzt eine Spritze in den Arm bekam und dann noch eine halbe Stunde in dessen Wartezimmer ausharren musste, ehe man nach Hause durfte. Zum Schluss steigerte sich die Dosis, die Spritzen waren viel voller und ich bekam auch in jeden Oberarm eine gesetzt. Oftmals schwoll der Arm an und man spürte noch tagelang die Einstichstelle. Doch die Therapie hatte Erfolg, denn ich war einige Jahre lang nahezu frei von Heuschnupfen – die Kreuzallergien jedoch blieben.

Erst seit fünf oder sechs Jahren kam alles schleichend zurück und auch erst seit etwa zwei Jahren habe ich wieder schlimmere Beschwerden und zuletzt auch wieder erhebliche Einschränkungen durch den Heuschnupfen. Außerdem sind seit meiner Schwangerschaft noch mehr Kreuzallergien dazu gekommen. Heute, etwa 17 Jahre nach der ersten Hyposensibilisierung (meine Fresse, ich bin echt alt…), gibt es eine Innovation auf dem Markt: die „Spritzenkur“ ist von gestern, denn heute kann man sich die Therapie in oraler Form selbst zu Hause verabreichen – es ist außerdem eine Kassenleistung!

Ich möchte das Ganze für eventuell Interessierte und auch für mich selbst ein bisschen dokumentieren und werde daher auch immer mal wieder ein Update dazu geben, wie ich vorgehe und wie ich die Therapie vertrage.

Zu allererst: Im August diesen Jahres machte ich einen Allergietest, dessen Ergebnis mir schon vorher klar war: einfach ALLES schlug an, ich bekam zu allem eine Reaktion, die sich jeweils nur leicht in der Intensität unterschied. Die wichtigsten Allergien: Birke, Hasel, Erle, Gräser, Roggen, im Grunde sämtliche Früh- und Spätblüher (Pollen), Tierhaare, Staub, Milben usw …

Jetzt im Herbst ist genau die richtige Zeit, mit der Hyposensibilisierung zu beginnen. Man sollte nicht unbedingt mit den Dingen starten, die gerade Hochsaison haben, da man den Körper ja absichtlich mit einer geringen Dosis der Substanz konfrontiert, gegen die er allergisch ist, um ihn dafür zu „trainieren“, grob gesagt. Der Arzt reichte mir nun also ein Rezept und ich musste 10 Euro Rezeptgebühr bezahlen für ein Set, das so aussieht:

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Dieses Set enthält: 1 Flasche mit geringer dosiertem Wirkstoff (Birke, Erle, Hasel) und 3 Fläschchen mit einer höheren Dosis (Birke, Erle, Hasel). In den drei Fläschchen mit dem lila Deckel ist genau das selbe drin. Die Anfangsdosierung in dem anderen Fläschchen hatte einen blauen Deckel, so dass die unmöglich verwechselt werden können. Zu jedem Fläschchen gibt es diesen weißen Aufsatz, der wie ein Seifenspender funktioniert – man drückt oben drauf und aus dem „Hahn“ kommt dann ein Tropfen der Flüssigkeit.

Ich muss nun jeden Tag zur etwa selben Tageszeit das Präparat einnehmen. Dazu tropfe ich es mir direkt unter die Zunge, wo es kurz verbleibt und dann runtergeschluckt wird. 11 Tage lang steigere ich jeden Tag die Menge und ab dem 12. Tag bleibt die Dosis dann fortwährend gleich. Sollten zu unangenehme Reaktionen auftreten (Schwellung von Mundraum, Lippen und Gesicht im schlimmsten Fall… logisch), kann man die Dosis auch nach Rücksprache mit dem Arzt anpassen oder auch mit speziellen Allergietabletten Abhilfe schaffen. So sieht die Dosierung für den Einstieg aus:

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Wenn ich die letzte Flasche angebrochen habe, muss ich mir ein neues Rezept holen, wieder die 10 Euro Rezeptgebühr bezahlen und dann Nachschub holen. Wann das sein wird, kann ich noch nicht sagen. Bestimmt noch dieses Jahr, die Fläschchen sind nicht sehr groß.

Im Januar soll ich dann wieder einen Termin mit dem Arzt machen. Dann wird die Therapie erweitert, es kommen noch andere Allergien hinzu, zum Beispiel die Frühblüher – der Nachteil ist allerdings, dass es nicht alles in Tropfenform gibt, so dass es sein kann, dass ich zusätzlich zu diesen Birke-Hasel-Erle-Tropfen dann noch Tabletten bekomme. Trotzdem finde ich das noch immer attraktiver, als ständig für eine Spritze beim Arzt anzutanzen.

Diese Therapie ist eine langfristige Geschichte. Die Spritzen der Hyposensibilisierung als Teenager habe ich über einen Zeitraum von drei Jahren bekommen, wobei ich zuletzt nur noch einmal im Monat zum Arzt musste. Diese Tropfen, wenn ich richtig verstanden habe, muss man über einen ebenso langen Zeitraum jeden Tag nehmen. Sie sind aber verträglich, kompatibel mit den meisten anderen Medikamenten und können im Zweifel auch mal ausgesetzt werden.

Zugegeben – ich bin etwas überrascht, dass man nun anfangs aufpassen muss, dass man die Dosis richtig steigert. So richtig „benutzerfreundlich“ ist die Sache nicht. Auf die Liste, die ihr oben seht, habe ich mir das heutige Datum gekritzelt, damit ich in fünf oder acht Tagen auch noch weiß, welcher denn der fünfte oder achte Tag ist.

Wichtig zu wissen ist auch, dass die Fläschchen aufrecht und im Kühlschrank gelagert werden müssen. Wer also eine Weltreise plant, der ist mit diesem Präparat nicht sonderlich gut bedient. Die Kühlkette kann man unterbrechen, wenn man zum Beispiel in den Urlaub fährt, doch es ist nicht zu empfehlen, diese Box andauernd mit sich rumzutragen.

Der Geschmack ist irgendwo zwischen süß und sauer, tendenziell eher süßlich. „Lecker“ nicht unbedingt, aber vollkommen in Ordnung. Das muss es auch sein, denn man darf dazu weder essen noch trinken, weil es sich ja ungehindert über die Schleimhäute in den Körper verteilen soll. Wenn man weder isst noch trinkt, dann kann man auch viel schneller und genauer die eventuell auftretenden allergischen Reaktionen einschätzen. Heute habe ich 20 Minuten nach der Einnahme (war ja nur 1 Hub bzw. 1 Tropfen) ein Brötchen gegessen. Ich hatte keinerlei Probleme oder allergische Reaktionen und bin gespannt, wie das in fünf oder zehn Tagen aussieht.

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Mama allein in Frankfurt

Wahnsinn!
Mein erstes Wochenende ohne Kind liegt hinter mir und es war soooo schön!

Nicht, weil es ohne Kind war, denn das habe ich schon vermisst, sondern einfach weil es das erste Wochenende war, das nur für mich war, bei dem ich mir was gegönnt habe und bei dem ich einfach nicht auf meine kleine Familie Rücksicht nehmen musste. Aber der wunderbaren Reihe nach!

Am Freitag Abend flog ich nach der Arbeit nach Frankfurt. Dort wurde ich von meiner (Blog-)Freundin Keschu aufgesammelt, bei der ich dieses tolle Wochenende verbrachte.

Wir haben dann bei ihr zu Hause ein von ihr eigenhändig gekochtes Chili gegessen und dazu und danach Wein und andere alkoholische Getränke konsumiert, während wir einfach bis nach Mitternacht gequatscht haben – es war so wie früher, als ich noch ausgegangen bin, ohne im Hinterkopf haben zu müssen, dass die Nacht ja unruhig und/oder kurz werden könnte 😀 Plötzlich war es einfach ganz schön spät, ohne dass wir es bemerkt haben. Ich habe schon sooo lange nicht mehr so einen tollen Mädels-Quatsch-Abend gehabt, bei dem sich niveauvolle und niveaulose Themen auf sehr angenehme Art abgewechselt haben!

Am nächsten Morgen verschlief ich glatt den auf 8 Uhr gestellten Wecker, bis um halb 9 habe ich es aber tatsächlich ins Bad geschafft. Wir starteten total gemütlich unter Ignoranz unseres selbst aufgestellten Zeitplans für diesen Samstag in den Tag und fuhren mit liebevoll ausgewähltem Proviant zur Frankfurter Buchmesse. Und die war eigentlich ganz gut… naja… ich weiß es eigentlich gar nicht. Dank Keschus Drängen in die richtige Richtung sprach ich all die Verlage noch einmal an, an die ich vor einigen Jahren bereits erfolglos mein Manuskript geschickt hatte und sammelte genügend Informationen und Erkenntnisse, um den Mut für eine zweite Runde zu finden – in den nächsten Tagen werde ich mich damit näher auseinander setzen und auf Grundlage dieser Gespräche noch einmal meinen Roman anbieten. Außerdem sind wir beide zu den Autogrammen gekommen, die wir wollten, indem wir uns einreihten in die Schlangen vor dem „Signierzelt“, in dem sich die Auorinnen und Autoren stündlich die Klinke in die Hand gaben. Zwei mal stellten wir uns in so eine Schlange und ein weiteres Mal reihten wir uns danach in einer Essensschlange ein. Auf der Buchmesse steht man eigentlich die ganze Zeit über Schlange, wenn man sich nicht gerade mitsamt der zähen Menschenmasse durch die engen Gänge zwischen den Ständen drängelt. Keschu hat dabei das selbe Problem wie ich: wir sind keine zwei Meter groß und sehen in der Menschenmenge eigentlich nur Rücken und Schultern um uns herum und das macht die Sache einfach verdammt anstrengend. Wenn die Messe eines ist, dann ist sie VOLL. Es gab zahlreiche Cosplayer zu sehen: Zeldas, Arielles, Pokemons, Plüschtiere, undefinierbare Mangahelden mitsamt riesiger Waffen und allerlei offensichtliche Fans von irgendwas – das war wirklich cool und man hat zeitweilig auch gesehen, wie viel filigrane Handarbeit in den Kostümen steckt. Nachdem Keschu dann einen berühmten Buchautoren für den Anfang und das Ende seines Romans kritisiert hat (wohl die ehrlichste Kritik, die er jemals erhalten wird!), war der Tag dann auch schön rund – wir haben unsere Widmungen, unsere Gespräche, Erkenntnisse und erzählenswerte Storys für danach geerntet und schließlich ganz erschöpft das Messegelände verlassen mit dem Fazit: Kann man mal gemacht haben, reicht dann aber auch.

Abends haben wir dann nach einer sehr kulinarischen Mahlzeit den – wie ich gelernt habe – sehr berühmten hessischen Apfelwein geschlürft und uns dabei wieder bis zur Unzeit verquatscht.

Am Sonntag Morgen habe ich ausgeschlafen – herrlich! Die Nacht war so schön ruhig, die Decke so schön kuschelig, der Schlaf so richtig erholsam und mein Körper ist so gegen 9 Uhr von ganz alleine wach geworden (bis um 11 schafft er nicht mehr, der Babyrhythmus ist zu „drin“) 😀 Noch im Bett liegend habe ich mit dem kleinen Cornflake über WhatsApp videotelefoniert und nach dem Aufstehen hat mir Keschu noch das Häkeln beigebracht. Ich weiß jetzt Bescheid über Doppelstäbchen und halbe Stäbchen und so können noch in diesem Jahr die ersten Häkelprojekte den Strickprojekten folgen – juppie! Wir haben dann noch ein bisschen das private Umfeld von Keschu gemeinsam erkundet und dann ging es auch schon bald wieder zurück nach Hause – wieder binnen einer Stunde via Flugzeug. Erkenntnis dazu: wenn man nur eine Stunde innerdeutsch fliegt, dann kriegt man statt eines Essens nur noch ne‘ Hand voll Chips gereicht.

Ich habe dieses viel zu kurze Wochenende so sehr genossen, dass ich noch immer davon zehre! Auf meine Tochter habe ich mich richtig gefreut, aber ich hoffe wirklich sehr, dass dieses Wochenende kein Einzelfall bleibt. Ich muss mir eigentlich viel öfter solche Pausen gönnen, die nur für mich alleine sind, weil ich gemerkt habe, dass ich um ein Vielfaches motivierter in den Alltag gehen kann!

Freitags-Füller

Ich mache heute stellvertretend für Keschu den Freitags-Füller von Barbara.

1.  Mein altes Ich war mal komplett unabhängig, mein neues Ich hingegen hat Angst vor dem Auto fahren und verdient nur einen Bruchteil dessen, was der Ehemann verdient und hat zudem ein Kleinkind, das auch noch den letzten Rest Selbstbestimmtheit verpuffen lässt.

2.  Trotzdem muss ich immer für alles die Verantwortung übernehmen.

3. Ja nun, ich sollte nicht so rumheulen, ich hab es mir ja so ausgesucht.

4. Ich bin heute zu früh am Flughafen und statt in zwei Stunden zu fliegen würde ich gern jetzt sofort los.

5. Der große Unterschied zwischen Fliegen und Auto fahren ist, dass man sein Gehirn draußen abgeben kann, wenn man fliegt, was einige Passagiere offensichtlich auch tun, wenn ich sie und das genervte Personal so beobachte .

6.  Trotz der Einbußen: Teilzeit arbeiten zu können und ein Kind zu haben, das macht mich glücklich.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Keschu , morgen habe ich geplant, mit ihr bestimmte Signierstunden und Stände potenzieller Verlage für mein Buch auf der Buchmesse abzulaufen und sich über die verkleideten Leute lustig zu machen und Sonntag möchte ich nach einer babyfreien Nacht ausschlafen und nachmittags gemütlich zurück nach Hause fliegen ! 

Dummerstagsumfrage 12.10.2017

Schon wieder ist eine Woche vergangen – Wahnsinn – und ein neuer Dumme-Umfragen-Donnerstag, auch „Dummerstagsumfrage“ genannt, ist da, an dem ich mir eine sinnfreie Umfrage für euch überlege.

Nehmt euch die fünf Minuten Auszeit von eurem Donnerstagsalltag und macht mit!

Die Umfrage ist wie immer komplett anonym. Verfälschungen durch Immer-Wieder-Anklicken sind genehmigt. Das Ergebnis könnt ihr euch alleine angucken, gesonderte Interpretationen meinerseits erfolgen nur in mysteriösen Ausnahmefällen.

Hinterlasst auch gerne einen Kommentar!

Wünscht mir Glück

Heute habe ich mir gegen die Nasennebenhöhlenentzündung doch mal Antibiotika verschreiben lassen. Die soll ich nun drei Mal täglich nehmen, bis sie alle sind.

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Ich hasse ja Tabletten. Und ich hasse sie noch viel mehr seit der Schwangerschaft, denn aufgrund der Hyperemesis Gravidarum habe ich einen extrem sensiblen Würgereiz entwickelt. Das sind auch noch so Tabletten, die am Gaumen kleben, wenn man nicht direkt einen Liter Wasser hinterher kippt.

Und ich weiß nicht, ob euch das aufgefallen ist: die Dinger sind MONSTRÖS!

Meine Vorgehensweise:

  1. An der Sollbruchstelle halbieren
  2. Ein Brot oder Brötchen oder Schoki zerkauen
  3. Die Tablette unauffällig dazu in den Mund schmuggeln
  4. Dem Gehirn einreden, dass da nur Essen im Mund ist
  5. Gnadenlos runter schlucken
  6. 1-5 wiederholen mit der zweiten Hälfte
  7. Was leckeres trinken zur Belohnung

Wenn ich eine Tablette nur mit Trinken in den Mund nehme, schiebe ich die ewig hin und her und würge und dann bleibt die manchmal irgendwo im Rachen kleben, wo ich nicht dran komme und dann sterbe ich vermutlich, weil ich daran ersticke, deshalb vermeide ich das gleich mal.

Ich möchte euch noch aus der Packungsbeilage dieses Medikamentes zitieren, denn da steht sehr charmant:

Die folgenden Nebenwirkungen treten sehr selten auf (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen): Allergische Reaktionen, die Symptome können sein: Juckreiz der Haut oder Ausschlag, Schwellung des Gesichts, der Lippen, der Zunge, des Körpers oder Atembeschwerden. Diese können schwerwiegend sein und es kam gelegentlich zum Tod. 

Es kam gelegentlich zum Tod?! Echt jetzt? Ich stelle mir vor, wie ein paar Leute von 1A-Pharma im Meetingraum sitzen und die Formulierung der Packungsbeilage besprechen.

Inkompetenter Mann im Anzug 1: Da sind ja auch schon Leute gestorben nach der Einnahme des Medikaments.

Inkompetenter Mann im Anzug 2: Ja, scheiße. Das waren zwar bloß vier oder fünf, aber das müssen wir schon irgendwie mit rein schreiben. 

Inkompetenter Mann im Anzug 1: Bist du dir sicher, Wilfried? Es wäre vermutlich besser, das zu verschweigen, sonst werden die Verkaufszahlen einbrechen.

Inkompetenter Mann im Anzug 2: Ja, Hubert, aber der Gesetzgeber reißt uns sonst die Rosette auf. 

Oberboss im Anzug: Also, dann schreiben wir halt einfach “ führt gelegentlich zum Tod“ und verstecken das ganz tief in einem sehr langen Absatz eines unübersichtlichen Textblockes  und dann fällt das keinem auf. 

Wilfried und Hubert im Anzug: – klatschen ehrfürchtig Beifall

Oberboss im Anzug: – Geht über zum nächsten Tagesordnungspunkt bezüglich der Größe der einzelnen Tabletten

Falsches Rezept

Seit einigen Wochen schleppe ich mal mehr und mal weniger angestrengt eine von meinem Kita-Kind mitgebrachte Erkältung mit mir herum. Zuletzt ging es mir schon wieder ganz gut, am Samstag hat sich dann aber etwas ganz neues dazuentwickelt. Immer, wenn ich mich vor- oder zum Kind hinunter beugte, platzte mir fast das Gesicht vor Schmerz. Im Laufe des Sonntages verfestigte sich der Schmerz zwischen Stirnmitte und Kieferknochen an den Seiten der Nase entlang zu einem Dauerzustand, egal, was ich tat. Ich kam nicht mehr ohne Schmerzmittel aus.

Dr. Google diagnostizierte eine Nasennebenhöhlenentzündung, meine Mutter per Ferndiagnse eine Stirnhöhlenvereiterung und so ging ich am Montag Morgen zu meinem Hausarzt, um ihm davon zu erzählen. Bei Dr. Google las ich, dass Antibiotika der falsche Weg seien, die Beschwerden zu behandeln. Der Arzt fing dann aber direkt damit an, mir dieses als Behandlung vorzuschlagen.

Ich lehnte dankend ab – ich wollte erst einmal die weniger heftige Methode versuchen, da ich am Mittwoch Vormittag ohnehin noch einmal einen Termin bei ihm hatte (allerdings zufällig wegen einer ganz anderen Angelegenheit). Er verschrieb mir also ein Cortison-Nasenspray und erklärte mir noch, wie ich das pro Tag und Nasenloch zu dosieren hatte. Am Mittwoch (also morgen) wollten wir dann noch mal sprechen und könnten dann ggf. noch immer auf Antibiotika umsteigen.

Ich ging danach direkt in die Apotheke, erhielt eine Packung mit Medikament, ging direkt weiter zur Arbeit. Das stellte sich als Fehler heraus, denn auf der Arbeit bekam ich dann plötzlich so heftige Schmerzen, dass ich wirklich die Minuten bis zum Feierabend zählte. Zum Glück hatte ich nur Buchhaltung zu machen, d.h. ich hab eigentlich nur in Zeitlupe Belege aufgeklebt. Nimm mal das Nasenspray, dachte ich dann, holte die Packung aus meiner Tasche, öffnete sie und hielt in Händen: einen Inhalator. So einen, den man in den Mund steckt. Hm… ein Blick in die Packungsbeilage verriet: der Inhalator war „zur Vorbeugung von Asthma“. Asthma hab ich schon, da gibt es gar nichts mehr vorzubeugen, und außerdem hatte ich ja eine Nasennebenhöhlenentzündung.

Nach Feierabend hatte der Arzt erstmal Mittagspause, so dass ich erst ab 16 Uhr wieder anrufen konnte. Vorher ging ich nochmal in die Apotheke und gab das falsche Medikament zurück. Es stellte sich heraus, dass der Arzt mir einfach ein falsches Rezept ausgestellt hat, denn die Apothekenfrau hat mir genau das ausgehändigt, was auf dem Rezept stand.

Am Abend holte ich mir dann nach telefonischer Rücksprache das neue Rezept ab, brachte dieses dann in die Apotheke – Medikament ist nicht da, musste also zu heute früh bestellt werden. Oh maaaaan. Ein ganzer Behandlungstag ist mir dabei verloren gegangen. Aber: halb so wild – ich habe mich selbst mit Dolormin, Aspirin, einem Kamille-Dampfbad und Tee selbst behandelt. Zum Glück hat mein Mann diese Woche Urlaub, so dass ich mich guten Gewissens damit zudröhnen konnte.

Heute Morgen holte ich dann also das bestellte Medikament endlich ab. Es ist auch ein Nasenspray, allerdings steht da auf der Packung: bei allergischem Schnupfen.

Ich hab keinen allergischen Schnupfen. Ich nehme es jetzt trotzdem, denn es mach die Nase frei.

Wenn ich dann morgen wieder zum Arzt gehe wegen eben dieser anderen Angelegenheit, dann werde ich ihn auf jeden Fall nochmal darauf ansprechen. Sollte es mir nicht besser gehen, will ich dann aber auf jeden Fall Antibiotika haben, denn ich will am Freitag Abend mit dem Flieger nach Frankfurt und am Samstag auf die Buchmesse dort gehen und das soll bitte klappen ohne dass mir die Visage aus dem Kopf platzt.

Der Arzt hat mich übrigens nicht untersucht. Er hat mir einfach geglaubt. Falls ihr mal einen Krankenschein braucht, obwohl ihr gesund seid, dann sprecht einfach etwas nasal und benutzt die Worte Nasennebenhöhlenentzündung und Schmerzen im selben Satz.

-45- Was gibt’s zu essen?

Hi ihr,

was habt ihr im Laufe dieser Woche tolles gekocht?

Optionale Spezialfrage dieser Woche: was macht ihr, wenn Essen übrig bleibt bzw woraus macht ihr dann noch mal ein neues Gericht für den nächsten Tag? Bei uns war früher der Klassiker, dass übrig gebliebene Sachen am nächsten Tag irgendwie noch mal in die Pfanne kamen, Nudeln mit Ei oder Bratkartoffeln gab es dann zum Beispiel. Heute essen wir es dann eben so viele Tage lang, bis es alle ist 😉

Dummerstagsumfrage 05.10.2017

Hier kommt der Dumme-Umfragen-Donnerstag, auch „Dummerstagsumfrage“ genannt, an dem ich mir eine sinnfreie Umfrage für euch überlege.

Nehmt euch die fünf Minuten Auszeit von eurem Donnerstagsalltag und macht mit!

Die Umfrage ist wie immer komplett anonym. Verfälschungen durch Immer-Wieder-Anklicken sind genehmigt. Das Ergebnis könnt ihr euch alleine angucken, gesonderte Interpretationen meinerseits erfolgen nur in mysteriösen Ausnahmefällen.

Hinterlasst auch gerne immer einen Kommentar!

Koch

Ich weiß ja nicht ob ihr es wusstet, aber mein Mann ist ja Koch, bzw. stellvertretender Küchenchef und verantwortlich für einen Haufen verrückter Mitarbeiter und Azubis.

Letzte Woche waren wir total krank, beim kleinen Cornflake ist noch ein Schnupfen da, mir tut noch der Hals weh und ich huste wie eine Irre, mein Mann plagt sich aber noch mit weiteren Symptomen herum. Jedenfalls liegt der Haushalt hier sowas von brach… Wenn nicht ab und zu mal einer die Spülmaschine einräumen würde, wären uns schon Geschirr und Besteck ausgegangen. Es ist Chaos, aber wenn man auf Halbmast fährt, dann darf auch schon mal ne leere Katzenfutterdose auf der Anrichte stehen (und leere Milch, und der Teller von gestern, und…).

Jedenfalls war ich vorhin einkaufen, weil die Milch alle ist. Bin im Laden angekommen und bis auf die Haut nassgeregnet, Hamsterkäufer bildeten vor dem Feiertag lange Schlangen, Nougatcornflake müde… Kam nach Hause, alles mögliche eingekauft, aber keine Milch.

Meinem Mann hab ich die Nachricht überbracht, der sie grummelnd entgegen nahm. Dann wuselte er in der Küche, räumte erfolglos Geschirr von a nach b: Milch nicht gekauft, nichts wird ordentlich weg geräumt, alles muss man selber machen… Der arme ist fix und fertig, würde am liebsten ins Bett gehen, und ich dachte, er explodiert jeden Moment. Und dann fluchte er laut und zu meiner Überraschung in ironischem Ton:

„Man hier ist es ja wie auf der Arbeit!“

Ich hab mich nicht mehr eingekriegt 😀

Meine Erfahrung ist, dass man in so einem Fall die Küchentür einfach so lange zu macht, bis man einen totalen Aufräumanfall kriegt und sie dann wütend innerhalb von Minuten bis in die Ecken poliert. 

Heiß! 

Bei uns laufen in einer Wohnzimmerecke zwei dünne Heizungsröhrchen von oben aus der Decke nach unten und in Bodennähe wieder durch die Wand.

Das kleine Cornflake (jetzt 18 Monate alt) setzt sich immer ins Regal daneben und griff dann mal versehentlich an diese kleinen Röhrchen. Sie stellte fest: „Mama! Heiß!“, überlegte kurz und pustete dann drauf 😀